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Fernlehrgang Hochbegabung

Es gibt ab sofort einen ersten Fernlehrgang zum Thema Hochbegabung. Angeboten wird er vom IFLW – Institut für integratives Lernen und Weiterbildung und schließt mit dem Titel „Begabungspädagogin IFLW“ bzw. „Begabungspädagoge IFLW“ ab.

Die Fortbildung richtet sich an Fachleute aus dem psychosozialen oder therapeutischen Bereich und vermittelt fundierte Kenntnisse zum Themenkreis der Hochbegabung bei Kindern und Jugendlichen.

Der Fernkurs wurde von mehreren Autorinnen entwickelt, die in der Hochbegabtenszene durchaus einen Namen haben, und ist von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) geprüft und zugelassen.

Internet http://www.iflw.de

 

Unheimlich

Ein Bericht in der SZ von heute, der auf das massenhafte und völlig rätselhafte Verschwinden der Bienen vor allem in den USA, aber auch schon bei uns, hinweist, lässt ahnen, dass wir noch so gut wie absolut gar nichts wissen von dem, was da auf uns zukommen wird als Konsequenz der Tatsache, dass sich der Mensch die Welt vielleicht doch ein wenig zu sehr untertan gemacht und ausgebeutet hat.

Aus dem Artikel: “Auf einen Satz verweisen betroffene Bienenzüchter und nüchterne Bienenforscher inzwischen immer wieder, einen Satz, den Albert Einstein einmal gesagt haben soll: ‘Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr…’.”

 

Zum Thema Hochbegabung

Aufmerksam machen möchte ich auf einen Blog, den von Manon Garcia, und ein neues Buch, das dazugehört:

“Frei von der Leber ohne Blatt vorm Mund! Das reformierte Schulsystem – Empfehlung für die praktische Umsetzung.” Books on Demand GmbH, 2007

Die Autorin über sich selbst:
“Ich bezeichne mich als Matheärztin und Philosophin. Ich selbst habe
als späterkannte Hochbegabte sehr unter unserem Schulsystem gelitten
und kenne eigentlich keinen, der gerne zur Schule geht oder gegangen
ist. Ist das normal? Ja, und das ist das Fatale und das ist auch der
Grund warum ich das ändern möchte. Es ist zur Normalität geworden, dass
Schüler ihre Jugend in der Schule verbringen, die sie hassen, die sie
nicht auf die Arbeitswelt vorbereitet sondern im Gegenteil oftmals
bricht und ihnen das Selbstvertrauen nimmt…. Mein Buch zeigt auf, wie die Reformation (des Schulsystems) durchgeführt werden kann. Das
Rad wird nicht neu erfunden, es werden nur die ‘Achter’ entfernt!”

 

Streitbar

Zur Diskussion:

“Halb-Gewusstes und Halb-Erfahrenes sind nicht der Beginn von Bildung, sondern ihr Tod”

(Theodor Adorno, Theorie der Halbbildung)

 

Lob und Tadel

Also, dass man sich mit dem Thema Lob und Tadel schnell auf’s Glatteis begibt und in Gefahr gerät, mit hehren pädagogischen Argumenten erschlagen zu werden, das will ich nicht abstreiten. Im heutigen SZ-Magazin findet sich nun ein Beitrag über “unsinniges” Loben …. und ich muss gestehen, dass ich ihn sympathisch finde.

Natürlich, um das ganz klar vorweg zu sagen, werden Kinder in gewisser Weise viel zu wenig gelobt und ermuntert. Kein Zweifel!

Aber in anderer gewisser Weise werden sie oft viel zuviel gelobt.

Das Lob braucht den Tadel und die Kritik. “Ohne gelegentliche Kritik beraubt man die Kinder der Chance, eine der wichtigsten Gaben zu erwerben, die es gibt: die Gabe der Unterscheidung. Ohne Kritik lernt kein Kind das Gute vom Schlechten zu trennen, das Gute vom Bösen, das Schöne vom Hässlichen. Ohne ein ausgewogenes und differenziertes Verhältnis von Lob und Tadel lernt man kein differenziertes Denken, und es fällt schwer, das Gute vom weniger Guten, das Bessere vom Besten zu unterscheiden.”

Lob wird immer dann schräg und unangebracht, ja schädlich, wenn statt des Lobes eigentlich eine Korrektur oder eine Abgrenzung, ein “Nein”, fällig wäre, dieses aber gefürchtet bzw. nicht geleistet wird.

“Dieses lieblose Lob, das Kindern aus purer Bequemlichkeit oder Routine immer nur sagt, wie super, cool, toll sie seien, verhindert deren Entwicklung und macht sie zu Geschöpfen, die ständig zwischen Größenwahnsinn und existenzieller Unsicherheit pendeln.”

Wenn ein Kind sich, obwohl Spielgefährten da sind und kein elementares Bedürfnis des Kindes offensichtlich ist, ständig in Gespräche Erwachsener einmischt, ist es irgendwann nicht “oh, wie kommunikationsstark”, sondern die Situation anderer nicht respektierend und vorlaut. Darf man das nicht sagen?

Oder wenn ein Kind das siebzehnte Exemplar des augenscheinlich identischen Hauses in identischen Farben malt, so fällt es mir auch hier schwer, mir noch ein Lob ob der wunderbaren Kreativität des Kindes abzuringen, sondern ich beginne eher zu grübeln, ob dieses Kind nicht irgendein Problem haben könnte.

Besonders beeindruckt hat mich folgende Szene:
Mutter wartet mit 3-jähriger Tochter vor einem Krankenhaus, gelehnt an einen Blumencontainer. Tochter hat nichts Besseres zu tun, als darin eine Tulpe nach der anderen zu enthaupten. Ein älterer Mann kommt vorbei und spricht die Frau an, ob sie denn nicht sehen würde, dass ihre Tochter alle die schönen Blumen köpfte. Das könne sie doch nicht zulassen. Die Mutter strahlend zum Kind: “Es ist wirklich toll, dass du dich hier so geduldig beschäftigst!” – und zu dem älteren Herren schneidend: “Ich manipuliere doch mein Kind nicht!”

Lob, wem Lob gebührt.

 

Ein Anfang

Für Sonderpädagogiken aller Art gibt es das schon lange – jetzt exisitert  immerhin eine allererste auf dem Gebiet der Hochbegabung: Franzis Preckel hat an der Universität Trier die bundesweit einzige Professur für Hochbegabten-Forschung und -Förderung.

 

Symposium “Individuelle Förderung”

Am 3.2. fand in Essen ein großes NRW-Symposium statt zum Thema „Individuelle Förderung“ – hochkarätig besetzt mit Ministerpräsident Rüttgers, Schulministerin Barbara Sommer und diversen Wissenschaftlern.
Innerhalb dieses Themas “Individuelle Förderung” ist ja nun das ganze mögliche (Leistungs-) Spektrum angesprochen von der Unterstützung schwacher Schüler bis hin zur Förderung bei Hochbegabung.

Obwohl sie wirklich “willig” waren, hat es mich doch sehr erschreckt, wie wenig die Politik all dem entgegenzusetzen hatte, was berichtet wurde z.B. aus der erfolgreichen Bildungspolitik Finnlands oder angesichts auch der Praxis einer Personalentwicklerin des RWE, sehr individuell Stärken-/Schwäche-Profile von Bewerbern zu erstellen, um beurteilen zu können, wo sie am günstigsten für sie selbst und den Konzern einen Platz finden können.

Es wurde von mehreren Seiten her ganz deutlich, dass Deutschland sich noch gar nicht wirklich auf den Weg hin zu einer modernen Bildungspolitik aufgemacht hat. Noch nicht einmal das!

Georg Schleicher (bei der OECD für die Pisa-Studien verantwortlich) in seinem Vortrag:

“Wir versuchen die Schüler des 21. Jahrhunderts zu unterrichten, durch Lehrer die im 20. Jahrhundert ausgebildet, doch seit ihrer Erstausbildung oft im Klassenzimmer allein gelassen wurden, und die in einem Schulsystem und einer Arbeitsumgebung arbeiten, die im Wesentlichen aus dem 19. Jahrhundert stammen:

  • Ein Schulsystem, das nicht für optimales Lernen geschaffen wurde, sondern dafür, verlässlichen Output zu erzielen.
  • Ein Schulsystem, für das der Zugang zu weiterem Lernen nicht für alle Schüler und zu jeder Zeit offen stand, sondern dessen Ziel darin bestand, relativ kostengünstig für eine ausreichende Zahl junger Menschen entscheidendes Basiswissen bereit zu stellen.
  • Ein Schulsystem, dass nicht in erster Linie auf vertieftes Verständnis und die Motivation und Begeisterung für lebensbegleitendes Lernen abzielte, sondern darauf, junge Menschen auf die Werte und Arbeitsformen der Industriegesellschaft vorzubereiten.
    Aber genau das funktioniert heute nicht mehr, denn die globale Wissenschaft stellt mittlerweile andere Anforderungen an Schüler, Lehrer und Schulen:
  • In der Industriegesellschaft waren Märkte stabil, der Wettbewerb national ausgerichtet, und Organisationsformen hierarchisch. In der Wissensgesellschaft sind Märkte dynamisch, der Wettbewerb global und Organisationsformen vernetzt.
  • In der Industriegesellschaft basierten Wachstumsimpulse auf Mechanisierung und Wettbewerbsvorteile auf “economies of scale”. Heute kommen Wachstumsimpulse aus Digitalisierung und Miniaturisierung und Wettbewerbsvorteile beruhen auf Innovation und Zeitnähe.
  • In der Industriegesellschaft war das Firmenmodell der Einzelbetrieb, heute sind es flexible Allianzen der Mitbewerber; in der Industriegesellschaft war Vollbeschäftigung das politische Ziel, heute ist es “employability”, Menschen dazu zu befähigen ihren eigenen Horizont in einer sich ständig verändernden Arbeitswelt zu erweitern.
  • In der Industriegesellschaft hatten Berufsprofile eine klare Identität im berufsspezifischen Kontext und formale Qualifikationen waren der Schlüssel zum Erfolg. Heute sind Konvergenz, Transformation und lebensbegleitendes Lernen die entscheidenden Voraussetzungen.

Warum ist das Konzept der individuellen Förderung hier zum zentralen Schlüssel geworden?

Im Wesentlichen deshalb, weil es auf die Reproduktion von Routinewissen und Algorithmen, die man Schülern leicht im Gleichschritt vermitteln kann, in der modernen Wissensgesellschaft immer weniger ankommt. Klar ist, dass Dinge die man leicht in handliche Bausteine zerlegen und algorithmisieren kann, sich auch leicht testen und unterrichten lassen. Nur entwickeln wir damit zumeist Kompetenzen, die sich heute digitalisieren, automatisieren und outsourcen lassen, und jungen Menschen damit immer weniger helfen die globale Wissensgesellschaft mit zu gestalten. Außerdem nutzen wir das Potenzial junger Menschen nicht ausreichend, wenn wir alle mit den gleichen Methoden fördern und außer Acht lassen, dass gewöhnliche Schüler außergewöhnliche Fähigkeiten haben, die es individuell zu finden und fördern gilt.”Weiteres von Georg Schleicher in einem Interview.

Nötig wäre ein wirklicher Neuanfang. Die Zersplitterung der deutschen Bildungslandschaft dadurch, dass die Bildungshoheit bei den Ländern liegt, lässt aber nicht wirklich darauf hoffen. Bisher wird im Grunde nur versucht, ein ausgedientes System aufzuhübschen.

Rüttgers forderte allerdings die Schulen auf: “Macht! Wenn Ideen da sind – machen! Nicht soviel fragen!” Diese Aufforderung mag zwar zu einer farbigeren Schullandschaft und regional attraktiven Angeboten führen, bereitet aber nicht wirklich Weg, sondern schafft höchstens einen bunten Flickenteppich, der wahrscheinlich letztlich nicht weiterführt.

Erfreulich: Bei der Auszeichnung von 22 Schulen auf dem Symposium (Gütesiegel „Individuelle Förderung“) zeigte sich, dass in einzelnen Schulen tatsächlich ein Umdenken stattfindet. Ein Schulleiter: “Wir haben den Begriff der Schulreife für uns umdefiniert: Wir fragen nicht, ob das Kind reif ist für unsere Schule, sondern, ob wir als Schule reif sind, diesem Kind gerecht zu werden.”

Dieses Symposium ließ deutliche Ratlosigkeit zurück: die Richtung, in die das Bildungssystem sich bewegen müsste, ist klar. Wie allerdings der Weg dorthin, auf dem im Grunde kaum ein Stein auf dem anderen bleiben dürfte, aussehen könnte, das bleibt immer noch im Dunkeln. Es ist immerhin nicht weniger nötig als eine völlige Neuorientierung, ja eine “Revolution” des Schulsystems. Davor herrscht Angst. Es ist jedoch mittlerweile zu vermuten, dass die ständigen Reparaturversuche an einem System, das sich längst überholt hat, schon seit langem anstrengender sind, mehr Kräfte kosten bei zweifelhaftem Erfolg und entsprechend extrem frustrierender sind als es die Umbrüche zu einem Neuanfang auf dann tragendem, zukunftsfähigem Grund je sein würden.

 

Fernschule

Bei drohendem Schulversagen ist es manchmal geboten, “einfach” die altbekannte, erfolglose Struktur zu verlassen, den Teufelskreis des Versagens zu durchbrechen und auf ganz andere Weise neu zu beginnen – mit dem Lernen und vor allem mit sich selbst: ein interessanter Artikel dazu in der ZEIT.

 

Gewaltprävention

Manchmal kann ich nur seufzen, weil die Wahrheit, weil die Erkenntnisse eigentlich so schrecklich simpel sind – und vielleicht gerade drum so schwierig zu finden/nachzuvollziehen. Ja: Noch ein Artikel aus der SZ…

 

Kein Marktwert

Das wirklich selbständige, selbstverantwortliche, selbstfinanzierte Erwachsenenleben von Hochschulabsolventen beginnt immer später. Der Grund dafür wird heute in einem Artikel der SZ erläutert.
Auch die WAZ berichtet.

Wie kann unter diesen Umständen von einer Generation gut ausgebildeter Menschen erwartet werden, dass sie Familien gründen und Kinder in die Welt setzen?

 

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