Archiv für die Kategorie Bemerkenswertes

Nachruf

Plötzlich – und zum jetzigen Zeitpunkt dann doch unerwartet – gab nach einem ca. 30-jährigen, arbeitsreichen und von großer Treue geprägten Dasein unsere Bosch-Spülmaschine heute still ihren Geist auf.

Wie alt sie genau geworden ist, das können wir nur schätzen, weil wir damals 1987 bei unserem Einzug die Küche mit übernahmen mit dem Kommentar ihres Vorbesitzers, alle Elektrogeräte seien recht neu und in guter Verfassung, nur die Spülmaschine sei noch die erste und man müsse sie vielleicht in absehbarer Zeit einmal austauschen…

Wir tauschten mit der Zeit alles aus – nur nicht besagte Spülmaschine.
Sie hielt noch 20 Jahre, ohne je gemurrt zu haben – bis heute. Und selbst ihr Ableben geschah in aller Stille.

Küchengeräte können sooo treu sein. Das musste doch einmal gewürdigt werden  :-)

 

Rundum glücklich

Wer noch ein bisschen Glück braucht – eine französische Automarke besorgt es uns. Sie hat nämlich:

“Das Rundum-Glücklich Paket”

Der entsprechende Werbespot, der im Moment die Radiosender unsicher macht, teilt uns zu diesem Superangebot auch noch die Binsenweisheit mit, dass man Glück nicht kaufen könne, aber… :
Der Vater mit der gütigen Stimme eines weisen Alten klärt in diesem Sinne seinen Filius auf (“Du weißt ja: Glück kann man nicht kaufen“). Dieser antwortet prompt mit einer auf naiv und vertrauensvoll gemachten Selbstverständlichkeit: “Weiß ich doch, Papa. Man kann es leasen!

Jetzt wissen wir es alle! So einfach ist das also.

Für alle, die jetzt dringend ihr Glück leasen möchten: Vergesst nicht den Blick in’s Kleingedruckte…. :-(

 

Vom Säen und Ernten

Heute Morgen blieb mein Auge am alltäglichen Zitat auf der Titelseite der im Ruhrgebiet unvermeidlichen WAZ hängen:

“Sorge dich nicht um die Ernte,
sondern um die richtige Bestellung der Felder”

Konfuzius (551-479 v.Chr.)

In Zeiten, in denen fast jeder bestrebt ist, überall clever das herauszuholen, was für ihn persönlich “drin” ist, Rechte einzufordern oder Ansprüche geltend zu machen, gleichgültig, ob sie berechtigt sind oder nicht oder ob vorher überhaupt gesät wurde, scheint diese Aussage des Konfuzius ganz klar eine irrwitzige Zumutung eines lebensfremden Verrückten zu sein, der wohl noch nicht begriffen hat, wie’s so läuft und wo der “Brotkorb” hängt – und sicherlich nicht im Geringsten vorbildhaft oder eine Wegweisung.

Selbst diejenigen vermutlich, die sich um ein bewusstes Leben bemühen und sich engagiert und vielleicht sogar “selbstlos” einsetzen – sozial, spirituell, kulturell oder wie auch immer – und für die auch der Begriff der “Nachhaltigkeit” kein Fremdwort ist, werden bei dem Anspruch dieses Wortes verschreckt zusammenzucken.

Einsatz, ja gerne, durchaus auch ehrenamtlich, aber man möchte doch gerne in irgendeiner Art auch Früchte des Erfolges sehen und ernten: Anerkennung, einen Posten, der stolze Blick auf ein Werk, das Erreichen eines sinnvollen Zieles oder zumindest erkennbare Fortschritte auf ein Gelingen hin – oder ganz subtil, aber sehr tiefgehend und so schwer loszulassen, weil zutiefst menschlich: die sinnstiftende innere Gewissheit und Befriedigung, Gutes zu tun.

Wirkliche Selbst-Losigkeit ist allerdings ein extrem weit entwickelter Zustand, bei dem kein handelndes Ich mehr steuert oder manipuliert oder nach Befriedigung trachtet, sondern das Sein sich in Achtsamkeit von Situation zu Situation frei und absichtslos handelnd entfaltet. 

Konfuzius sagt, man solle das im Augenblick Notwendige “richtig” tun, aufmerksam, wahrhaftig, in Ehrfurcht vor den Dingen – und alles andere, jede Absicht, jeden Zweck, außen vorlassen.
Tun ohn’ Warum, einfach, weil es der nächste Schritt ist.
Alles andere wird sich zeigen.

 

Zum Jahresbeginn

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Nicht, die Zukunft zu erraten, ist wichtig,

sondern zu sehen, was die Gegenwart fordert.

Nicht, seine Chance zu berechnen, tut Not,

sondern seine Sendung zu bedenken.

Kardinal de Lubac

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Zum Jahresbeschluss

“Vorhersagen sind immer schwierig,
insbesondere, wenn sie die
Zukunft betreffen.”
(Niels Bohr, dän. Physiker)

Wer sich in den letzten Stunden des alten Jahres noch schnell anreichern möchte mit Wissen, das die Welt nicht braucht, der findet hier jede Menge Anregungen.

Impulse für einen besinnlicheren Jahreausklang gibt es in diesem altbekannten Stück.

Alles Gute – Schöne – Wahre für 2007!

 

Preisverdächtig

Schweinemäßig billig!

Radikal reduziert!

Geiz ist geil…

Auf die Schnäppchen, fertig, los!

Eiskalt kalkuliert!

Ich bin doch nicht blöd…

Sensationelle Saisonräumung!

Knallerpreise für alle!

Die 19 geilsten Angebote…

Großes Danke – kleine Preise!

20% auf alles, außer Tiernahrung…

Saubillig und noch viel mehr….

Frohes neues JA zu Mega-Angeboten!

Preise gut, alles gut…

Wir sind die kleinen Preise!

UND WER BIST DU?


 

Nicht zu bekommen

Manchmal verstehe ich Verlage nicht:

1958 kam zum ersten und einzigen Mal das Buch “Die hohe Lehre – Der Zen-Buddhismus als Grundlage psychologischer Betrachtungenvon Hubert Benoit im O.W.Barth-Verlag heraus.

Es handelt sich dabei um einen spirituellen Klassiker höchsten Ranges, ein ungemein kluges, bereicherndes Buch, das in anderen europäischen Ländern immer wieder in aktuellen Ausgaben zu erhalten ist.

In Deutschland ist das Werk absolut nicht zu bekommen, auch antiquarisch nicht.
Gestern nun ist eine der extrem raren alten Ausgaben für 107,00 Euro! bei Ebay ersteigert worden. Selbst dort gab es in fünf Jahren nur drei Versteigerungen; vor vier Jahren hatte ich Glück – für einen beachtlichen, aber immerhin nicht so hohen Preis… Vorher hatte ich 12 Jahre nach dem Buch gesucht. Mein Exemplar stammte aus einer privaten Bibliotheks- auflösung (Erbschaft). Nur so bekommt man es wohl alle paar Jahre einmal.

Eine Neuauflage wäre sicher sinnvoll. Da es sich um einen absoluten Klassiker handelt, müsste sich das eigentlich für den Verlag auch lohnen, und die Rechte werden sie sicherlich noch haben. Keine Ahnung, warum da keiner auf die Idee kommt… Vor einigen Jahren habe ich dort einmal nachgefragt und nur ein “kein Interesse an einer Neuauflage” als Antwort bekommen. Schade. Sehr sehr schade.

Der Vollständigkeit halber: Heute, am 17.5.2007, ist einmal wieder ein Exemplar des Buches bei Ebay versteigert worden. Diesmal zu einem noch höheren Preis: 136,35 Euro. Schon bemerkenswert.

Eine schöne Geschichte, wie jemand nach langem Suchen dann doch zu seinem Lieblingsbuch, seinem “wichtigsten Buch”, wie er schreibt, der Hohen Lehre, gefunden hat, findet sich übrigens hier.

 

Vorwarnung

Es weihnachtet mächtig, geradezu un-heimlich.

Wie hörte ich eben jemanden scherzhaft fragen:
“Was haben Weihnachten und Politik gemeinsam?”
Die Antwort kam mit einem Augenzwinkern:
“Sie sind beide verlogen.”

Nein, so ist es nicht, die Weih-Nacht ist ein großes Geheimnis – aber es kann so sein, verlogen und verschenkt:
Wenn das Fest rein zur Befriedigung sentimentaler Bedürfnisse benutzt wird, dann hat es einen netten Effekt, der sich aber schon verflüchtigt hat, wenn die Geschenke ausgepackt sind und Kerzen augemacht werden.
Fertig. Aus die Maus.
What you see is what you get. – Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Es gibt keinen Automatismus, der Weihnachten zu einem sinnvollen, persönlichen und wunderbaren Ereignis macht:

Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren – und nicht in dir, du bleibest noch ewiglich verloren.(Angelus Silesius)

Nur, was IN mir geschieht, hat Relevanz, was das Wesentliche des Festes angeht.

Übrigens: Weihnachten ist immer JETZT!

 

Espresso and more

Kapseln und Pads:

Interessante soziologische/psychologische/strategische/ marketing- technische Überlegungen zur neuen Kaffeekultur finden sich heute im Magazin der SZ

 

Memento

Heute früh:

Tief im feuchten, in der Kälte schon blau-grün scheinenden Gras,
inmitten der Buntheit von in betörender Schönheit vergehender Blätter:
Erdbeeren – Mengen von runden, kleinen, reifen, leuchtend roten Walderbeeren, schimmernd im Tau.

Was auch immer dagegen anzuführen sein mag:

Das Leben ist eine Herrlichkeit!