Archiv für die Kategorie Bemerkenswertes

Im Verein

Wenn viele Menschen guten Willens, die sich einst zusammengeschlossen haben, um sich gemeinsam und stark für ein wirklich menschenfreundliches Ziel einzusetzen – ehrenamtlich und mit viel Engagement über viele Jahre hinweg und sogar erfolgreich … dann sollte man doch annehmen, dass, wenn diese Menschen für ein ganzes Wochenende zusammentreffen, um die gemeinsame Sache voranzutreiben, dies ein Grund zu ungetrübter Freude sei.

Mitnichten, so muss man immer wieder voller Staunen feststellen.

Mitnichten.

Das Mitglied

In mein’ Verein bin ich hineingetreten,
weil mich ein alter Freund darum gebeten, ich war allein.
Jetzt bin ich Mitglied, Kamerad, Kollege –
das kleine Band, das ich ins Knopfloch lege, ist der Verein.
Wir haben einen Vorstandspräsidenten
und einen Kassenwart und Referenten und obendrein
den mächtigen Krach der oppositionellen
Minorität, doch die wird glatt zerschellen
in mein’ Verein.

Ich bin Verwaltungsbeirat seit drei Wochen.
Ich will ja nicht auf meine Würde pochen –
ich bild mir gar nichts ein …
Und doch ist das Gefühl so schön, zu wissen:
sie können mich ja gar nicht missen in mein’ Verein.
Da draußen bin ich nur ein armes Luder.
Hier bin ich ich – und Mann und Bundesbruder
in vollen Reihn.
Hoch über uns, da schweben die Statuten.
Die Abendstunden schwinden wie Minuten
in mein’ Verein.

In mein’ Verein werd ich erst richtig munter.
Auf die, wo nicht drin sind, seh ich hinunter
was kann mit denen sein?
Stolz weht die Fahne, die wir mutig tragen.
Auf mich könn’ Sie ja ruhig »Ochse« sagen,
da werd ich mich bestimmt nicht erst verteidigen.
Doch wenn Sie mich als Mitglied so beleidigen … !
Dann steigt mein deutscher Gruppenstolz!
Hoch Stolze-Schrey! Freiheil! Gut Holz!
Hier lebe ich.
Und will auch einst begraben sein
in mein’ Verein.

Theobald Tiger (Kurt Tucholski), Die Weltbühne, 1926

 

Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom

Nachdem es in der Öffentlichkeit in der letzten Zeit viel über die Vernachlässigung und Misshandlung oder gar Tötung von Kindern in eher “prekärer Situation” zu hören und lesen gab, möchte ich an dieser Stelle das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom vorstellen, eine Form der Kindesmisshandlung, die eher von äußerst besorgt und engagiert erscheinenden Müttern ausgeht.

Das Stellvertreter-Syndrom ist die erweiterte Form des Münchhausen-Syndroms, einer Selbstschädigung durch Manipulation am eigenen Körper, die ihren Namen vom Lügenbaron Münchhausen ableitet. Durch Überdosierung von Medikamenten, Einreiben von Schmutz oder Säuren in selbstzugefügten Wunden, um Abzesse zu schaffen, Manipulation an Gelenken, Urin, Blutwerten etc. wird ein Krankheitsbild erzeugt, das zumindest ärztliche, wenn nicht gar klinische Betreuung bis hin zu Operationen notwendig werden lässt. Der Krankheitsgewinn liegt in der Aufmerksamkeit, die dem zum Patienten Gewordenen zuteil wird.

Beim Stellvertreter-Syndrom nun werden die Manipulationen nicht am eigenen, sondern am Körper des Kindes vorgenommen. Täterinnen sind fast zu 100% Mütter, die zudem besonders fürsorglich erscheinen und nicht vom Krankenbett des Kindes weichen, wobei die Symptome des Kindes meist aufrechterhalten werden und es nicht wirklich zur Genesung kommt.

Für die Mütter ist die Aufmerksamkeit und das Mitgefühl, das sie für ein so krankes Kind bekommen – oder auch die lobende Anerkennung für ihre aufopferungsvolle Pflege des Kindes – der eigentliche Gewinn.
Vermutlich sind diese Mütter aus egoistisch/symbiotischen Gründen auch daran interessiert, das Kind durch Vorspiegelung einer Krankheit in einer extremen Abhängigkeit an sich zu binden, d.h. das Kind “aus Krankheitsgründen”, weil es “zu krank und zu schwach” sei, nicht in den Kindergarten zu schicken, nicht mit anderen spielen zu lassen etc.

“Solche Mütter erscheinen – nach außen – erst einmal besonders fürsorglich und besorgt. In Wirklichkeit liegt hier eine krankhafte Identifikation vor, also eine in gemütsmäßiger Hinsicht krankhafte Gleichsetzung mit einer anderen Person: in diesem Fall zwischen jemand mit Münchhausen-Syndrom, der dieses Leiden auch noch auf sein Kind überträgt. Dabei fällt zuerst einmal die überaus enge Beziehung zwischen beiden auf. Und dann der sonderbare Umstand, dass dieses Kind selbst schmerzhafte Eingriffe geduldig über sich ergehen lässt, wenn sie von der Mutter in die Wege geleitet wurden.
T
atsächlich “gewinnen” dabei nur die Mütter, falls man überhaupt von einem “Krankheits-Gewinn” sprechen kann. Sie scheinen durch diese Manipulationen an ihrem Kind eigene schwere seelische Krisen abwehren zu können. Und wenn dies durch eine aufgeschreckte Umgebung verhindert wird, dann geraten sie in eine ernste seelische Krise, d. h. dekompensieren psychotisch oder legen sogar Hand an sich.
Hier zeigt sich dann deutlich, dass zwischen fremd-aggressiven (d. h. zu Lasten des eigenen Kindes) und selbst-aggressiven Regungen bzw. Handlungen mitunter kaum ein Unterschied besteht, bzw. das eine rasch ins andere umkippen kann.
Dazu trägt vor allem das erwähnte Phänomen bei, dass bei solchen Müttern das Kind nicht als eigenes Individuum, sondern als ein Teil des eigenen Lebens und der eigenen Person empfunden und entsprechend behandelt wird. Will sich also die Mutter psychologisch durch Selbstmanipulationen entlasten, kann sie das beim erweiterten Münchhausen-Syndrom auch dadurch, dass sie ihr Kind in nutzlose medizinische Manipulationen schickt. Und wird ihr das verwehrt, so ist ihr damit eine Art “selbst-therapeutische Behandlungsschiene” genommen, und sie gerät in eine schwere psychische Notsituation.” (Quelle:
http://www.psychosoziale-gesundheit.net/seele/muenchhausen.html)

 

Freiheit, die ich meine

Ich vermute, dass das Wort Freiheit einer der missbrauchtesten Begriffe überhaupt ist.

Das Missverständnis, das zu diesem bedauernswerten Effekt geführt hat, besteht sicherlich darin, Freiheit quasi gleichzusetzen mit einem generellen, individuellen oder kollektiven Anspruch im Sinne von: “Recht auf…. “, bzw. “Freiheit in meinem Sinne“.

Eine Selbstverständlichkeit ist in diesem Zusammenhang dann gleichzeitig das Recht, dieses Recht, diese Freiheit auch vehement durchzusetzen und gegen die Interessen anderer zu verteidigen, oft gleichgültig, ob diese berechtigt sind oder nicht.

Am deutlichsten zeigt sich dieser Missbrauch seit geraumer Zeit in der oft bis zum absolut Irrationalen verteidigten Meinungsfreiheit.

Jeder hat das Recht, zu jeder Zeit, an jedem Ort, alles zu sagen, zu berichten, zu veröffentlichen.
Ohne Grenzen.
Gnadenlos.

Verstanden als Freibrief zur lückenlosen Veröffentlichung der absurdesten, intimsten, kontroversesten, brisantesten Details eines jeden Winkels eines jeden Themas, einer jeden Person, ohne Skrupel, ohne Rücksichtnahme auf egal was, wird die Meinungsfreiheit pervertiert und degradiert zu einem Instrument zur Umsetzung von Ego-Interessen der am Ergebnis Verdienenden, gleich ob dieser Gewinn im Geldwert, in der Manipulation von Meinungen, im politischen Aufruhr, in der Selbstprofilierung oder im Gewinnen von öffentlich geführten Wettbewerbs- oder Machtkämpfen etc. zu finden ist.

Jeder Einwand, jede noch so zaghafte Begrenzung der hemmungslosen Veröffentlichungs- und Öffentlichkeitsucht wird mit der Waffe des Argumentes, dass in unserer Demokratie die Öffentlichkeit ja ein Recht auf totale Information habe und dass es deshalb geradezu ein Pflicht sei, alles aufzudecken und zu verbreiten, lautstark niedergestreckt.

Im Magazin der Süddeutschen Zeitung ist nun ein Artikel zu finden, der genau diesem Sachverhalt auf persönliche und streitbare Weise nachgeht.

Zitat: “Ich bin nämlich zu dem Schluss gekommen, dass Meinungsfreiheit durchaus auch die Freiheit ist, manchmal den Mund zu halten. Und etwas – selbst für den Fall, dass es absolut wahr sein sollte – nicht zu sagen.”

“Zucht des Herzens” ist auch einer der bedenkenswerten Begriffe dieses Artikels, auf den ich an dieser Stelle neugierig machen möchte.

 

Prekariat

Abgesehen davon, dass dieses Wort, Prekariat, alle Chancen hat, Karriere als „Unwort des Jahres 2006“ zu machen, ist es so prägnant und provokativ, dass ich mich dazu motiviert fühle, es einmal in ganz anderem Sinne als dem momentan aktuellen anzuschauen.

Wir alle sind mittlerweile „Prekariat“, Menschen in problematisch-prekärer Situation – einfach in unserem Mensch-Sein, einfach dadurch, dass wir Menschen sind und die Welt so ist, wie sie ist.

Eigentlich, von unserem Ursprung her, sind wir das natürlich nicht, Prekariat. Da sind wir lebendige Wesen, ein jedes in seiner eigenen Würde, dazu berufen, zu wachsen, zu werden, eine je eigene Individualität zu entwickeln.

Eigentlich!

Prekär wird die Situation eines jeden von uns durch die immer weiter fortschreitende, perfid-selbstverständliche
ÖKONOMISIERUNG DES MENSCHEN.

Durch die Reduzierung des Menschen auf einen Wirtschaftsfaktor, ja, auf ein Wirtschaftsrisiko, wird ihm die eigene Existenzberechtigung genommen in seinem Eigen-Sein, in seiner Würde.
Der Mensch wird degradiert zu einem Objekt eines wirtschaftlich-technokratischen Denkens mittels einer Sprache und eines Handelns, die ihn in seinem Mensch-Sein entwürdigen zu einem Wachstums-Risiko bzw. einem Mittel zur Gewinn-Maximierung. Was geschieht, ist eine psychisch/geistige Verelendung und Entmenschlichung des Individuums.

Kinder sind „Armutsrisiko“; wenn sie Glück haben, sind sie „Humankapital“. Später dann werden sie zur „vielversprechenden Zielgruppe“ kommerzieller Anbieter, zum „Quotenpotenzial“ unsäglicher Fernsehsendungen.
Wenn sie Pech haben, gehören sie zum problematischen „Selektionsrest“, für den es eine Lösung zu finden gilt durch einen „Casemanager“ beim Jugendamt.

Ist der Mensch erwachsen und arbeitsfähig, ist die Gefahr sehr groß, schnell zu den „Belegschaftsaltlasten“ eines Konzerns zu gehören, ein „überkapazitäres Belegschaftsmitglied“ zu sein, das, um die beachtlichen Gewinne des Konzern noch weiter zu steigern, flugs zum „Globalisierungsopfer“ gemacht wird im Rahmen einer generellen „Personalentsorgung“, aus der sich dann ganz schnell eine spürbare „Entlassungsproduktivität“ für den Konzern ergibt, was durch die Aktienkurse prompt honoriert wird.
Immerhin gibt es in der Arbeitslosigkeit, als „Kunde“ einer Arbeitsagentur, die Möglichkeit, „Ich-AG“ zu werden. Gelingt dem Arbeitslosen keinerlei Reintegration in den „Markt“, so kommt schon einmal ein Manager auf die Idee, von „Wohlstandsmüll“ zu reden.

Bei gesundheitlichem Ausfall ist man im Krankenhaus nur als „Fallpauschale“ etwas wert.

Wird er älter, so droht der Mensch zum Teil der bedrohlichen „Rentnerschwemme“ zu werden mit einem „Langlebigkeitsrisiko“ für Versicherungen, denen ein „sozialverträgliches Ableben“ durchaus genehm wäre.
Im Altenheim oder als „Klient“ der Mobilen Pflege hat der Mensch Anrecht auf eine Pflege, die ihm – als Rollstuhlfahrer! – insgesamt acht Minuten für den Klogang bewilligt, inklusive An- und Abfahrt, Aus- und Anziehen. Mehr kann nicht abgerechnet werden.

Für die Entsorgung von „Sozialleichen“ muss leider die Stadt aufkommen.

Unsere Situation ist prekär.
Wer einen “Werteverlust” in der Gesellschaft beklagt, mit dem Finger auf Verrohung, Verwahrlosung und psychische Verelendung zeigt und gleichzeitig den Blick starr auf Aktienkurse und Gewinnprognosen gerichtet hält, ist ein Heuchler und Teil des Problems.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“….

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Nachtrag (22.10.): Im Blog Epiphanius’ Wortbruch fand ich eben interessante weitere Gedanken zu diesem Thema….

 

Last Night of the Proms

Gestern Abend war im NDR-Fernsehen die Übertragung des berühmten zweiten Teils der “Last Night of the Proms” aus der Royal-Albert-Hall in London zu sehen.

Es war wieder bewegend, mitzubekommen, wie diese Veranstaltung – sehr ritualisiert in ihrem Ablauf, in ihrem Repertoire, und doch immer wieder spielerisch neu und selbstironisch inszeniert – die Briten eint, sie zusammenschweißt, wo auch immer sie leben.

Zehntausende waren in Parks in London/England, Glasgow/Schottland, Swansea/Wales und Belfast/Nordirland vor riesigen Leinwänden zusammengekommen und sangen zusammen und zur selben Zeit dieselben Lieder, vereint in einem Geschehen, das – über alle Gegensätze und Unabhängigkeitsbestrebungen hinweg – für sie zutiefst sinn- und identitätsstiftend ist.

Eins-Werden im Singen von “Rule Britannia”, “Land of Hope and Glory”, “Jerusalem”, das interessanterweise auch ein Kirchenlied ist, der Nationalhymne und vor allem der “Auld Laing”, das unserem “Nehmt Abschied Brüder” entspricht.

Bewegende Bilder aus den Parks: Singen mit ganzem Körper, aus ganzem Herzen. Das Ganze eine kollektive Herzberührung. Da war so etwas wie eine authentische Liebe zur eigenen Tradition, der man ja ansonsten nun auch nicht unkritisch gegenübersteht, zu spüren. Da sah man, man verzeihe mir das Wort, wirklich die “Volksseele”.

Wir haben hier in Deutschland nichts Vergleichbares.
Vielleicht gab es bei der WM im Sommer zum ersten Mal flüchtige Ansätze in diese Richtung: Momente, Glücksmomente, in denen die Menschen sich eins fühlten mit sich und ihrem Land, ohne dass dabei ein merkwürdiger Beigeschmack entstand.
Vielleicht können wir da vorsichtig, vorsichtig weitermachen. Von der Innigkeit, mit der die “verrückten” Engländer im Grunde ihres Herzens an ihrem Land hängen, sind wir chronisch unzufriedenen Deutschen allerdings noch weit entfernt.

 

(Mutter-) Liebe

Unterwegs in Devon, Süd-West-England, Ende Oktober

Kalt, nass, neblig – es ist deutlich: der Herbst ist schon fast ein Spätherbst, entwickelt sich schleichend zum Winter. Die Fremdenverkehrsorte am Meer sind nur noch spärlich besucht.

Auf der feucht-kalten Wiese, ein paar Meter vom Wasser entfernt, zwei Möwen: Mutter und Kind.

Nach bewährter und erfolgreich erprobter Weise hat Kind Möwe den Schnabel aufgerissen, tanzt aufgeregt vor Mutter Möwe hin und her, schreit herzzerreißend, und es ist absolut eindeutig: “Hunger! Futter her! Und zwar sofort!” Mutter Möwe beeindruckt das allerdings nicht im Geringsten: Sie dreht sich, sie wendet sich, sie geht ihrem Kind auf jede nur mögliche Weise aus dem Weg.

Das Geschrei von Kind Möwe, enttäuscht in seinen Erwartungen, wie gewohnt sein Futter schluckgerecht in den Schlund geschoben zu bekommen, wird entschiedener, lauter, jämmerlicher. Kaum zum Aushalten.
Dieses Kind hat definitiv grausamen Hunger!
Mutter Möwe dagegen zeigt sich weiterhin völlig unbeeindruckt, ja genervt, hüpft weg, fliegt sogar ein paar Meter weiter. Sie zeigt absolut kein Anzeichen dafür, dass sie gewillt sein könnte, den Hunger ihres Kindes zu stillen.

So vergehen 30 Minuten. Es ist Abend. Es wird kalt. Nebel wabert.

Nichts hat sich verändert am Geschehen in dieser Zeit: Kind Möwe schreit erbärmlich seinen Hunger in die Welt und drängt sich laut und penetrant und unaufhörlich seiner Mutter mit weitgeöffnetem Schlund auf.
Mein Gott, hat dieser Vogel Hunger!
Mutter Möwe bleibt standhaft in ihrer Verweigerung, ihrem Nein, das Hungerbedürfnis ihres Kinders zu stillen. Sie denkt gar nicht daran. Nichts wird sie umstimmen, das ist eindeutig.

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Bald ist Winter. Höchste Zeit. Es ist wirklich höchste Zeit, dass Kind Möwe lernt, sich selbst zu ernähren, aus eigenem Antrieb aktiv zu werden und für sich Futter zu suchen. Kommt erst einmal die Kälte, kommt erst einmal der erste Frost, dann wird es schnell zu spät sein. Instinktsicher – jenseits jeder menschlichen Sentimentalität – weiß Mutter Möwe das. Und sie tut das einzig Richtige: Sie verweigert sich jetzt konsequent in ihrer nährenden Rolle dem Kind gegenüber. Das Kind weiter zu füttern, würde sich nun nicht mehr behütend und erhaltend auswirken, sondern im Gegenteil das Leben des kleinen Vogels gefährden. Mutter Möwe lässt das Kind bis zum Unerträglichen schreien. Sie hält das aus. In ihrem Instinkt ist klar gegenwärtig: Entweder das Kind schafft es aus eigenem Antrieb – oder es wird den Winter nicht überleben.

(Mutter-) Liebe hat viele Gesichter.

 

Beginn

Heute ist der 1. September. Ein guter Tag für einen Beginn. Dabei ist natürlich jeder Tag ein guter Tag für einen Beginn. Nicht nur jeder Tag: jeder Atemzug ist Beginn. Wir wissen das nur meist nicht mehr. Der letzte Atemzug ist Vergangenheit, nur derjenige JETZT existiert. Das Leben beginnt neu und IST. Ob wir einen nächsten Atemzug haben werden, wissen wir nicht.

Speybridge – das ist die Brücke über den Fluss Spey in Schottland bei Grantown-on-Spey. Diese Brücke nehme ich als Symbol für den Brückenschlag, den ich hier in diesem Blog versuchen will, nämlich, in einem großen Bogen, scheinbar unvereinbare Themen zu verbinden, einander anzunähern, in eins zu bringen. Zusammengehalten werden all diese Themen, Aspekte und Meinungen letztlich durch mich.

Ich bin Speybridge.