Archiv für die Kategorie Bemerkenswertes

Theater

Normalerweise kündige ich an dieser Stelle keine Veranstaltungen an, möchte aber heute zwei Ausnahmen machen:

Die berühmte Ruhrtriennale, die ab dem 1. September 2007 wieder im Ruhrgebiet stattfindet, hat eine Theaterakademie für Kinder ausgeschrieben. Diese Veranstaltung möchte ich gerne bekanntgeben. Man informiere sich unter dieser Adresse.

Auf ein weiteres spannendes Theater möchte ich aufmerksam machen, nämlich auf das Theaterlabor Traumgesicht in Mülheim/Ruhr, dem die “Wandlung durch Theater” am Herzen liegt.
Für hochbegabte Jugendliche soll es am Samstag, dem 17. November dort einen Workshop geben. Infos dazu finden sich hier.

 

Als “verlorenes Potenzial” …

… bezeichnet der Fraktionschef der CDU in Kiel Wadephul die 10 000 besonders begabten Jugendlichen, die pro Jahr in Deutschland die Schule ohne Abschluss verlassen. Und er sagt weiter: “Wir sind bereits gut aufgestellt, was das Fördern der Schwachen angeht, die Hochbegabten kommen jedoch zu kurz“
In Schleswig Holstein sollen demnächst deswegen Förderklassen für Hochbegabte eingerichtet werden. “‘Für diese Kinder muss das öffentliche Bildungssystem ein angemessenes Angebot vorhalten, fordert Wadephul und verweist auf  Bundesländer, ‘die konzeptionell schon viel weiter sind – selbst das rotrote Berlin mit seinen SuperSchnellläuferklassen’.
Davon kann auch Antje Kalinowski vom Regionalverband der Gesellschaft für das hochbegabte Kind in Kiel ein Lied singen. ‘SchleswigHolstein ist Schlusslicht bei der Förderung unserer Kinder’, berichtet die Mutter.”

Und es ist in Schleswig Holstein – wie in vielen anderen Bundesländern auch – immer wieder und immer noch so, dass ehrenamtliche Organisationen, hauptsächlich die DGhK, unbezahlt die Arbeit leisten, die im Grunde Aufgabe des staatlichen Bildungssystems wäre – nämlich Aufklärung über die Besonderheiten bei vorliegender Hochbegabung und die Förderung der Begabten, Motivierten, Vielversprechenden, die ohne diese Förderung oft sich selbst und der Gesellschaft verlorengehen.

Als sie wegen eines komplizierten Falles beim Schulamt einer Ruhrgebiets-Großstadt nach einer “offiziellen” Ansprechperson für Hochbegabung fragte, bekam letztens eine ehrenamtliche Beraterin der DGhK tatsächlich – ihre eigene Telefonnummer!!

Aber, um nicht unfair zu sein: Es tut sich in der Bildungspolititk mittlerweile eine Menge in Sachen Hochbegabung. Noch nicht genug und manchmal auch nicht das “Richtige”, aber es ist wohl doch mittlerweile durchgedrungen, dass es sich bei den Hochbegabten um ein wichtiges Potenzial handelt und dass es sich keine Gesellschaft auf Dauer leisten kann, die wirklich Begabten zu vernachlässigen und zu verlieren.

 

Harry Potter und Hitchcock

Im Moment befinden wir uns im “pädagogischen Sommerloch”.
Nicht nur, um dieses Loch zu füllen – aber auch – gibt es jetzt heute hier “Dies und Das”.

Ich möchte ich mich z.B. aus der allgemeinen Hysterie nicht ganz ausschließen und auch in meinem Blog der allgemeinen “Pottermania” ein wenig Rechnung tragen.
Ich habe keines der Potter-Bücher gelesen, aber alle in der genialen Version des Rufus Beck gehört, wobei die Nachbarn sich schon häufiger einmal wunderten, dass ich vor dem eigenen Haus ewig in meinem Auto sitzenblieb…
Wer mag, der hat hier die Gelegenheit, ein ausführliches Interview mit Rufus Beck nachzulesen, das der Tagesspiegel veröffentlicht hat.

Der geniale Regisseur Hitchcock war menschlich ziemlich heftig, wie es aussieht. In der SZ habe ich eben zufällig ein interessantes Interview mit Tippi Hedren gefunden, der Hauptdarstellerin von Hitchcock’s “Marnie” und “Die Vögel”.

 

Charisma

Die eine hat’s, der andere nicht… 
Charisma, diese besondere, geheimnisvolle Strahlkraft einiger Menschen, ist Thema eines interessanten Artikels im SZ-Magazin.

 

Stöckchen-Alarm

Mein erstes Stöckchen, wie schön. Andere Blog-Inhaber stöhnen vermutlich schon, wenn ihnen wieder einmal jemand…., aber ich freue mich, zumindest jetzt beim ersten Mal, darüber. Über Bücher rede ich auch gerne. Das Stöckchen kommt übrigens vom Weltenkreuzer.

Gebunden oder Taschenbuch?

Egal. Mittlerweile vielleicht sogar eher gebunden. Am liebsten mag ich eigentlich das Mittelding, die broschierten Ausgaben. Die glänzen, sind flexibel, machen mehr her als ein Taschenbuch und sind nicht so fest und teuer wie gebundene Bücher

Amazon oder Buchhandel?

Eindeutig beides. Es gibt Buchhandlungen, in denen “finde” ich Bücher, sie springen mich dort richtig an; in anderen, ähnlich großen Buchhandlungen, gehe ich durch die Regalreihen, und es tut sich nichts, weil es dort zu ordentlich und steril ist. Aufbau und Atmosphäre von Buchhandlungen sind sehr wichtig für mich, wie die Bücher dort präsentiert sind, ob sie sich anbieten. Positive Beispiele für Buchhandlungen sind für mich z.B. Poertgen-Herder in Münster und der Stern-Verlag in Düsseldorf. Bei Amazon liebe ich die Querverweise, die mich auf Bücher führen, die ich sonst nicht gefunden hätte.

Lesezeichen oder Eselsohr

Oh, oh! Ja, manchmal beides. Sachbücher sind für mich auch lebendige Arbeitsbücher, in die ich Eselsohren mache und in denen ich z.T. auch Sätze markiere.

Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet?

Keins von beiden: Ich bin der komische „Kategorien-Typ“: Ich ordne z.B. nach literarischen Epochen, Art der spirituellen Ausrichtung, psychologischen Schulen etc.; Krimis werden z.B. nach Herkunftsland geordnet. Innerhalb einer “Kategorie” ordne ich dann nach Autor.

Behalten, wegwerfen oder verkaufen?

Böses Thema! Behalten! Aber…. irgendwann geht das nicht mehr. Ab und an, so selten wie möglich, wird aussortiert, weil definitiv kein Platz mehr da ist (und wir haben viel Platz für Bücher). Mag ich gar nicht dran denken. Hin und wieder stelle ich Bücher bei Ebay ein.

Schutzumschlag behalten oder wegwerfen? und Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?

Eindeutig behalten, aber lesen meist ohne.

Kurzgeschichten oder Roman?

Weit eher Romane. Sehr häufig aber auch Biografien, noch häufiger Sachbücher.

Harry Potter oder Lemony Snicket?

Potter! Wobei ich aber keinen von denen gelesen, wohl aber alle als Hörbuch genossen habe und zwar beim Autofahren. Da bleibe ich dann auch gerne mal eine halbe Stunde vor meiner Haustür im Auto sitzen, weil es gerade so spannend ist in Hogwarts – und die Nachbarn wundern sich.

Aufhören, wenn man müde ist, oder wenn das Kapitel zu Ende ist?

Meist Letzteres.

“Die Nacht war dunkel und stürmisch” oder “Es war einmal”?

Eigentlich so wirklich keins von beiden. Ich bin kein rechter Fan von Märchen und Gruselgeschichten – mit einer Ausnahme: Ich liebe E.T.A. Hoffmann. Der kann übrigens beides…

Kaufen oder leihen?

Meist kaufen, manchmal aber auch leihen. Leihen meist bei Krimis, halt Büchern, die man einmal so liest.

Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?

Ersteres so gut wie nie, die drei anderen kommen alle vor. Manchmal „finden“ mich Bücher aber auch, nach denen ich gar nicht gesucht habe, die einfach irgendwie auftauchen und sagen „Lies mich! Ich bin jetzt dran.“

Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?

Da ich viele Sachbücher lese, erübrigt sich die Frage meist. Wirklich dramatische Cliffhänger mag ich nicht gar so gerne, offene Enden durchaus schon.

Morgens, mittags oder nachts lesen?

Ausschlaggebend ist, dass ich Zeit habe….

Einzelband oder Serie?

Einzelband, aber durchaus sofort ein Buch desselben Autors, wenn ich sein Schreiben mag.

Lieblingsserie?

Da fällt mir jetzt nur eine Jugendserie ein: Anne of Green Gables von Lucy M. Montgomery.
Nein, da gab es noch eine Krimi-Trilogie von Andrew Taylor: Die vier letzten Dinge.

Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand gehört hat?

Ja, gibt es: Bernadette Roberts: Jenseits von Ego und Selbst. Sehr speziell, nicht leicht zu lesen und – verstehe es, wer kann.

Lieblingsbuch, das du letztes Jahr gelesen hast?

Einige Romane von Sandor Marai. Wir sind im Urlaub durch Ungarn gefahren. Da bot sich Sandor Marai an.

Welches Buch liest du gegenwärtig?

Einen Roman von Ulla Hahn: Das verborgene Wort. Handelt von der Kindheit eines begabten Mädchens in einer schlichten und armen rheinisch/katholischen Familie in den fünfziger Jahren. Ist mit rheinischem Dialekt gespickt und sehr sensibel in wunderschöner Sprache erzählt.

Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?

Jedes Buch hat seine Zeit, gibt Impulse für den weiteren Weg. Es bleibt jeweils sehr wichtig und nah und ein Stück der Lebensgeschichte – aber keines von denen könnte ich jetzt über alle anderen stellen, denn damit würde die Dynamik meines Lebens und Weges in ihrem Ruf “Weiter” irritiert.

Stöckchen, Du gehst jetzt weiter an Akshayas und Manon Garcia. Und Slash – was ist mit Dir? Mach mal! :-)

 

Frauen

Da haben wir es wieder:

Frauen als Objekt. Als Objekt des öffentlichen Interesses:

Eigentlich sind sie nur ein Unsicherheitsfaktor – kosten Männer Geld, ruinieren sie manchmal sogar, okkupieren Arbeitsplätze, vernachlässigen dabei ihre Mutterpflichten, kriegen Prügel von der Kirche, sollen aber bitte überall ehrenamtlich all das auffangen und an Arbeit leisten, was nicht bezahlt wird, verdienen auch im Beruf weit weniger als Männer, sollen gleichzeitig Kinder erziehen und die Alten pflegen, auch die Eltern des Mannes natürlich, aber ganz klar berufstätig sein, um finanziell für sich selbst sorgen können, eine eigene Rente aufbauen und noch natürlicher natürlich reichlich Nachwuchs in die Welt setzen, weil das ja die eigentliche Berufung der Frau sei. Und: sexy sollen sie sein, die Frauen – wozu sollen sie denn sonst gut sein…

Willige gesellschaftliche Verfügungsmasse – in jeder Hinsicht und je nach Bedarf.

Es ist einfach zum Kotzen!

 

Unheimlich

Ein Bericht in der SZ von heute, der auf das massenhafte und völlig rätselhafte Verschwinden der Bienen vor allem in den USA, aber auch schon bei uns, hinweist, lässt ahnen, dass wir noch so gut wie absolut gar nichts wissen von dem, was da auf uns zukommen wird als Konsequenz der Tatsache, dass sich der Mensch die Welt vielleicht doch ein wenig zu sehr untertan gemacht und ausgebeutet hat.

Aus dem Artikel: “Auf einen Satz verweisen betroffene Bienenzüchter und nüchterne Bienenforscher inzwischen immer wieder, einen Satz, den Albert Einstein einmal gesagt haben soll: ‘Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr…’.”

 

Kein Marktwert

Das wirklich selbständige, selbstverantwortliche, selbstfinanzierte Erwachsenenleben von Hochschulabsolventen beginnt immer später. Der Grund dafür wird heute in einem Artikel der SZ erläutert.
Auch die WAZ berichtet.

Wie kann unter diesen Umständen von einer Generation gut ausgebildeter Menschen erwartet werden, dass sie Familien gründen und Kinder in die Welt setzen?

 

Voll normal

Es gibt Worte, die mir unbehaglich sind, ja Furcht einflößen. Eines dieser Worte ist “normal”.
“Das ist doch nicht normal!” oder gar “Der/Die ist ja nicht normal!”, “Es ist nicht normal, dies und jenes zu tun/zu lassen!” etc.

Wertung und Abwertung liegen bei diesem Wort nahe beieinander, und Volkesstimme ist oft ganz schnell dabei, die Keule “Normalität” als Waffe gegen nicht verstandene, andersartige Menschen und Verhaltensweisen einzusetzen.

So kommt es, dass auch Hochbegabte häufiger als “nicht normal” beschimpft und ausgegrenzt werden.

Aktuell wieder erschreckt hat mich dieses Wort heute im Zusammenhang mit der Diskussion über Dieter Bohlen und seine Pöbeleien in der neuen Staffel von “Deutschland sucht den Superstar”.
Es hat mich sogar tief erschreckt.

Die Kommission für Jugendmedienschutz beobachtet die Sendung jetzt wegen der unsäglichen und menschenverachtenden Bemerkungen, die Bohlen in der Sendung absondert.
Tief unter der Gürtellinie” kommentiert die WAZ heute.

Als ich heute, völlig unabhängig voneinander, ein Mädchen, 15, und einen Jungen, 16, nach Bohlen’s pöbelnd-verachtenden Bemerkungen fragte, bekam ich beide Male dieselbe Antwort: “Wieso?! Ist doch normal!”

Das also ist normal!

Das Schlimme ist, dass die täglichen, sich ständig in immer reißerischer inszenierten menschlichen Grenzbereichen bewegenden Talk- und Gerichtsshows, all die Daily Soaps, viele, viele schrecklich niveaulos albernen Comedy-Sendungen und Menschen wie Stefan Raab, Dieter Bohlen etc. es geschafft haben, das Lebens- und Wertegefühl in Deutschland zu verändern.

Eine Gesellschaft, in der die Art der präpubertären Kommunikation und des menschenverachtenden Verhaltens eines Dieter Bohlen zunehmend als “normal” befunden wird, und eine Jugendgeneration, die diese Pöbeleien entsprechend selbst auf dem Schulhof praktiziert, geben nicht zu großer Hoffnung Anlass.

Welche Konsequenzen wird ein solcher Niveau- und Werteverlust, der noch nicht einmal mehr als solcher erlebt wird, in der Zukunft haben? Wie wird er das Menschenbild und unsere Lebenswelt prägen?

Manchmal befürchte ich, immer mehr Menschen kommen sich mit und mit selbst abhanden.

Wenn das so sein sollte – wie wird dann unsere “Normalität” aussehen?

 

Macht-Entzug

Über die Unfähigkeit von Politikern, sich von der Droge Macht zu lösen, über die Falle der tragischen Verwechslung von Person und Amt und die Gefahr der Verblendung – ein Kommentar der WAZ über das “Beispiel Stoiber“.