Archiv für den Dezember, 2008

Frohes Fest allen Lesern dieses Blogs

Ein Kind nur –
und doch die Fülle des Seins.
Klein nur,
und doch grösser als alle.
Am Rande der Welt,
und doch die Mitte der Schöpfung,
Schutzlos,
und Schützer für alle.
Geboren
und doch der Ursprung des Lebens.
Hilflos,
und Helfer für alle.


Rudolf Buchmann

 

Deutschlands beste Schule liegt in NRW

“Anstelle von klassischem Frontalunterricht und starren Stundenplänen gibt es für jedes einzelne Kind einen Lernplan; das Ziel bestimmt ein Schüler zusammen mit seinem Lehrer. Jeden Tag essen Lehrer und Schüler gemeinsam in den Klassenräumen, nicht in einer Mensa oder Kantine. Der Schulhof ist kein betonierter Hof, sondern eine Wiese mit Bachlauf – und das nicht irgendwo auf dem Land, sondern mitten im Stadtteil.”

Hört sich gut an!

Die Rede ist von der Wartburg-Grundschule, einer Ganztagsschule in Münster.
Sie erhält in diesem Jahr den Deutschen Schulpreis.

Alles Weiter dazu bei Spiegel online im Artikel Von Münster lernen heißt siegen lernen.

Auch die ZEIT widmet dem Schulpreis einen Artikel und titelt Applaus, Applaus, Applaus!

“Chapeau! Der Wartburg-Grundschule in Münster ist Wunderbares gelungen: der Übergang vom Belehren zum Lernen und eine Metamorphose von der Anstalt zur kulturellen Oase. Dafür gibt es den ersten Platz beim Deutschen Schulpreis, 100000 Euro und viele Komplimente vom Bundespräsidenten, der den von der Bosch Stiftung initiierten und finanzierten Preis am Mittwoch in Berlin verlieh. …

Alltäglich ist eine Arbeitshaltung, die ihresgleichen sucht. Jeden Morgen stehen zwei Stunden WAP, das heißt Wochenarbeitsplan, auf dem Programm. Stundenpläne gibt es nicht mehr. Fächer wurden abgeschafft. Der Tag wird großflächig rhythmisiert, wie man hier sagt. In allen Klassen sieht man, wie jedes Kind an etwas anderem arbeitet. Man könnte auch sagen, jedes arbeitet an sich selbst. Sie üben. Die an manchen Schulen vergessene Tugend wurde hier rehabilitiert und wird nun so verstanden, wie Üben ursprünglich gemeint war: wiederholen und variieren. Anderswo wurde das Variieren herausgekürzt. Es blieb das bloße, dann häufig nervende Wiederholen. …

Ein Vormittag bei den »Koalas«: Die Kinder haben Arbeitskarten vor sich. Mal haben sie sich selbst die Aufgaben gestellt, mal hat die Lehrerin sie gestellt. Wenn es zu laut wird, geht ein Kind nach vorn, schlägt leise auf das Xylofon und sagt: »Bitte etwas ruhiger.« Die Koalas sind Erst- und Zweitklässler, eine altersgemischte Gruppe…”

Könnte man diese Schule bitte klonen?

 

Preis «Begabtenförderer des Jahres»

Der Landesverband Hochbegabung Baden-Württemberg verleiht seit 2004 in jedem Herbst den Preis «Begabtenförderer des Jahres».
In diesem Jahr bekommt ihn das Projekt “HeidelSat” in Heidelberg, wie derNewsticker.de in einer Pressemitteilung verkündet.

Prof Gottscheber von “HeidelSat” unterrichtet an der staatlich anerkannten SRH-Hochschule in Heidelberg. Er hat Großes vor:

“Gemeinsam mit seinem Team baut er an einem Satelliten, den er übernächstes Jahr 600 Kilometer weit ins All schießen lassen will. Dieser soll die Ursachen des Klimawandels auf der Erde untersuchen. … Das Heidelberger Team besteht aus sechs Wissenschaftlern und neun Studenten. Außerdem waren Kinder aus umliegenden Schulen in die Planungen für Heidelsat miteinbezogen. Das Projekt soll junge Menschen für technische und wissenschaftliche Berufe begeistern. Bei der Forschung im All geht es um die Frage, ob die Klimaerwärmung neben dem vom Menschen ausgelösten Treibhauseffekt womöglich auch mit der kosmischen Strahlung zusammenhängt. … Ihre Motivation erhalten Gottscheber und seine Kollegen nicht nur aus dem wissenschaftlichen Ziel. Auch die teils hochbegabten Kinder verleihen dem Projekt Impulse, wie Gottscheber betont. Sie haben beispielsweise den ersten Funkkontakt zur Internationalen Raumstation ISS vorbereitet, die in etwa 360 Kilometern Höhe um die Erde kreist. Einige der Schüler belegen Kurse an der Hochschule Heidelberg, um eine Amateurfunklizenz zu erwerben. »Dabei handelt es sich durchaus um eine komplexe Materie», betont Gottscheber.”

Das Projekt HeidelSat wurde wegen der Kooperation mit den Schülern mit dem «Sonderpreis Begabtenförderer-Hochschule 2007» ausgezeichnet.

 

Interessante Antwort!

Mit 22 Jahren ist er der jüngste Professor Deutschlands: Der Ukrainer Ostap Okhrin unterrichtet seit April diesen Jahres Statistik an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität in Berlin.

“Okhrin schaffte letztes Jahr mit 22 Jahren die Promotion an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder, Note: Summa cum laude. Im April wurde er dann Statistikprofessor, kurz vor seinem 24. Geburtstag. Die meisten seiner Studenten sind in seinem Alter oder oftmals sogar älter als er, aber das stört Okhrin nicht.”
Er spricht “… fließend Deutsch, könnte aber ebenso gut jede Diskussion auch auf Englisch, Russisch und natürlich in seiner Muttersprache auf Ukrainisch führen. Seit fast drei Jahren lebt der dunkelhaarige Statistikexperte in Frankfurt an der Oder.”

Auf die Frage seines Interviewpartners von Spiegel online, ob er denn in Deutschland bleiben wolle mit seiner Familie, antwortet Okhrin:

“Wenn Deutschland mich braucht, dann bleibe ich.”

 

Leer, so leer!

Auf dem Weihnachtsmarkt von einer jungen Frau gehört:

“Ich fühle mich so leer ohne mein Handy!”

In diesem Satz öffnet sich jäh ein spiritueller Abgrund.

 

“Ich konnte tun, was ich wollte, immer war ich falsch.”

Dieser Satz der Studentin Alena Lyons, die in Tübingen mit ihren 19 Jahren schon im 7. Semester studiert, ist symptomatisch für die Schwierigkeiten hochbegabter Kinder, eine positive Identität aufzubauen.

Die Reaktionen der Umgebeung signalisieren immer, dass etwas nicht stimmt: “Schneller oder anders zu lernen war genauso falsch wie mein Musikgeschmack und die Kleidung, die ich trug.”

Versuche, sich so anzupassen, dass man nicht auffällt, scheitern meist kläglich, so wie Alena schildert: “Mit der Zeit war ich total verunsichert, und meine Versuche, irgendwie anerkannt zu werden, müssen komisch gewirkt haben. In allen Dingen war ich anders, und es ging ja vor allem darum, so zu sein, wie alle anderen. Das habe ich einfach nicht geschafft.”

Diese Versuche scheitern zum einen, weil sie von den Mitschülern entlarvt werden, zum andern scheitern sie auch deshalb, weil die Hochbegabten es einfach nicht durchhalten können, zu versuchen, so zu sein wie die anderen, weil sie es eben nicht sind.

So sitzen Hochbegabte oft in der Falle: So zu sein wie die anderen, das geht nicht; so zu sein, wie sie sind, trauen sie sich nicht, weil das von der Umwelt als “problematisch” zurückgespiegelt und so ein Gefühl des Falsch-Seins vermittelt wird.

In einer solchen Situation ein gesundes Selbst- und Identitätsgefühl aufzubauen, das ist schwierig.

Viele hochbegabte Erwachsene, die z. T. sehr spät von ihrer Gabe erfahren haben, schildern, dass sie sich bis zum aktuellen Tag immer noch in dem Dilemma befinden, weder zu den anderen zu gehören noch sie selbst sein zu können. Große Einsamkeit ist oft mit diesem Gefühl verbunden, vermischt mit Schuld- und Mangelgefühlen und vor allem großer Ratlosigkeit.

Alena gibt sich da abgeklärter: Auch an der Uni gibt es ab und an Probleme, aber: “Einige gehen auf Distanz, aber das stört mich nicht. Ich möchte nicht jeden zwingen, gut mit mir auszukommen. Im Gegensatz zur Schule kann man sich an der Uni ja auch aus dem Weg gehen.”

Das Interview mit Alena ist nachzulesen im Schwäbischen Tagblatt.

 

Advent – Zeit für existentielle Menschheitsfragen

Heute in der Zeitung gelesen –
Heute im Fernsehn gesendet –
Heute im Radio gehört:

“Die wichtigste Frage in diesem Advent ist: Wie kurbeln wir den Konsum an?”

Heute in der Zeitung gelesen –
Heute im Fernsehn gesendet –
Heute im Radio gehört!

 

Lichtabhängig

Ich bin immer wieder beeindruckt davon, wie Umgebungsvariablen, natürliche und zivilisatorisch bedingte, den Menschen und seine Reaktionsweise beeinflussen. Wir sind wirklich nicht “Herr im eigenen Haus”, und die Frage nach unserem Selbstbestimmungspotenzial wird durch die Erforschung unserer Abhängigkeiten, von denen wir meist gar nichts wissen, immer wieder neu gestellt werden müssen.

Dass manche Menschen im Winter wegen der verminderten Helligkeit mehr zu Depressionen neigen, weiß man ja nun. Eine Untersuchung hat jetzt ergeben, dass Schüler bei blauem Licht weniger aggressiv sind und sich besser konzentrieren können.

“Dafür verwendeten sie sogenanntes dynamisches Licht. Dabei kann man die Farben Rot und Blau einsetzen und die Intensität verstellen. Helligkeit und Farbe sind über eine Fernbedienung verstellbar. An drei Hamburger Schulen wurden in jeweils einer Klasse diese Leuchten installiert und diese Klassen jeweils mit den Parallelklassen verglichen, in denen der Unterricht mit herkömmlicher Beleuchtung stattfand. Insgesamt nahmen 166 Schüler im Alter von acht, zwölf und 16 Jahren und 18 Lehrer an dem Experiment teil.
Das Ergebnis der Studie, die insgesamt neun Monate dauerte: ‘Wir haben bei den Schülern in den Klassen mit dynamischem Licht leicht verminderte Aggressionswerte, eine Abnahme der motorischen Unruhe und eine deutliche Erhöhung von Konzentrationsfähigkeit und Lesegeschwindigkeit festgestellt’, sagt Prof. Michael Schulte-Markwort, Leiter der Studie und Direktor der Klinik für Kinder und Jugendpsychosomatik am UKE. Ein Vergleich: Die Schüler haben angefangen mit 780 gelesenen Wörtern in der vorgegebenen Zeit und konnten diese Leistung unter dem hellen dynamischen Licht auf 1000 steigern, während in der Kontrollgruppe die Zahl der gelesenen Wörter von 870 Wörtern auf 840 abgefallen ist.”

Man lese den Artikel Blaues Licht macht Lernen leichter im Abendblatt.

 

Sehr speziell: Spülmittel-Edition, limitiert!

Dass es – vor allem bei Süßigkeiten, Eis und Schokolade – jeweils eigene Sommer- oder Winterspezialitäten gibt, daran hat man sich ja schon lange gewöhnt.

Sehr kurios allerdings fand ich heute im Supermarkt folgendes Angebot des Spülmittels Pril:
Winteredition – Limitierte Auflage in den Variationen Vanille/Zimt, Winter-Apfel und Mistelzweig.

Kann sich einer vorstellen, im nach Vanille/Zimt duftenden Spülwasser fettige Pfannen abzuwaschen?

Unsere Konsumwelt bringt wirklich merkwürdige Blüten hervor…