Archiv für den Mai, 2008

Abschied von der Menschenwürde – Quo vadis mulier?

Ungeahnte neue Rollen und Entwicklungsmöglichkeiten tun sich für Frauen auf – und ungeahnte Abgründe.

Man lese in der Süddeutschen Total von der Rolle und “Die Frau, das neu entdeckte Wesen“.
Ich frage mich nur, wer da wen warum wozu entdeckt…

Was die Frau für ungeahnte Möglichkeiten hat, unglaublich:
“Mit der Unterscheidung zwischen Mutter und Karrierefrau allein ist es dabei nicht getan. Bereits als Mutter hat eine Frau die Wahl, ob sie jenseits des Jobs lieber die “Demeter-Glucke” oder die stylische “Latte-Macchiato-Mutti” verkörpern möchte.”

Das sind doch wirklich elementare Fragen der Selbstfindung, n’est-ce pas?

Es geht noch besser:
Volle Pulle von der Rolle” im SZ-Magazin 21/2008 stellt der Frau von heute unglaublich revolutionär-moderne Entfaltungsmöglichkeiten vor.
Es “… machen sich immer mehr Frauen Männlichkeitsattribute zu eigen, die gerade darin bestehen, sich vollkommen gehen zu lassen und die Selbstkontrolle aufzugeben.”

Hierin zeigt sich also das Idealbild gelungener, vollendeter Emanzipation der Frau:
“Die Option, sich einfach gehen zu lassen wie Männer, ist eine wichtige Korrektur des gültigen Frauenbildes. Wirkliche Gleichberechtigung gibt es erst dann, wenn Frauen sich all die Handlungsspielräume nehmen, die bisher Männern vorbehalten waren. Und dazu gehören auch die dunklen Ecken – die, die nach Schnaps und Erbrochenem riechen.”

Saufen – Kotzen – Pinkeln im Stehen in aller Öffentlichkeit – Blöde Anmache – hemmungslose sexuelle Belästigung – Bestechlichkeit – auf den Boden rotzen – Prügeln – und und und…

Ja, ja, die Frauen haben viel aufzuholen beim Sich-Gehen-Lassen, um voll emanzipiert zu sein.

Ecce homo…
Siehe da, die Frau…

 

Das Leben ist Spiel :-)

Dieser Beitrag ist nicht als Kontrast zum vorherigen gemeint, sondern als Ergänzung der zweiten Seite der Medaille.
Was man schon immer wissen wollte: erläuternde Hintergründe (“Wie funktioniert eine Weltraumtoilette?“) zu einem absolut ernsten Problem: In der Internationalen Raumstation ISS ist die einzige Toilette kaputt.
Man genieße den Artikel in der SZ.

 

Leben und Tod sind ernste Dinge

Im Park:
  
Die Katze frisst ein Amselweibchen.
                                                                 
Das Amselmännchen steht dabei und zittert.

 

Hochbegabte Kinder mit Migrationshintergrund

Es ist auch heute oft noch schwierig genug, hochbegabte Kinder zu entdecken. Dies ist einmal so aufgrund der noch immer großen Wissenslücken bezüglich Hochbegabung bei Lehrern, Erziehern, Institutionen (erst letztens sagte eine lagjährig arbeitende Kinderpsychologin: “‘Underachiever’?? Den Begriff haben Sie sich doch ausgedacht. Sowas gibt’s doch gar nicht.”), aber auch, weil Hochbegabung so viele unterschiedliche Gesichter annehmen kann.

Wieviel schwieriger gestaltet sich der Umgang mit Hochbegabung da noch, wenn es sich um Kinder mit Migrationshintergrund handelt. Eltern sind oft schon (sprachlich) überfordert mit dem “normalen” Umgang mit Schule, Hochbegabung ist da meist kein Begriff, mit dem irgend etwas verbunden würde. Schwierig ist es vor allem für Mädchen, und hier wiederum für Mädchen mit muslimischem Hintergrund, entdeckt und dann entsprechend gefördert zu werden.

“Ulrich Raiser, der Bildungssoziologie und Migrationssoziologie an der Humboldt-Universität Berlin lehrt, erklärt dieses Phänomen mit einer „Leerstelle in der deutschen Bildungsforschung“. Er hat dieses Phänomen in seiner Dissertation „Erfolgreiche Migranten im deutschen Bildungssystem – es gibt sie doch“ (2007) behandelt. Fazit: Das Geheimnis bildungserfolgreicher Migranten liegt darin, wie Kinder und Eltern ihre Migrationserfahrungen bewerten.”

Man lese weiter im Rheinischen Merkur in einem Artikel zum Theme Hochbegabung und Migration.

Infoflyer in Türkisch und Russisch zu Fragen der Hochbegabung bietet die DGhK (Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind) unter dem Menüpunkt “Aktuelles” und zwar hier.

 

Immer neue Symptome derselben einen Misere

Seien es überfüllte Klasse, Klagen darüber, dass eine zu frühe Selektion der Schüler in die weiterführenden Schulen erfolgt oder über Benachteiligung aus sozialen oder migrationsbedingten Gründen, über die vielen Sitzenbleiber oder über die “Unfähigkeit” von Lehrern, die hohe Schulabbrecherquote, die phantasielose, unsinnige Umsetzung des Abiturs nach 12 Jahren, die mangelnde Qualität der Abschlüsse und des internationalen Rankings – es hat einfach keinen Sinn mehr (und ich spüre eher Resignation als Aufbruchstimmung), immer neue Symptome aufzulisten, hin und her zu analysieren, hier und da etwas am Schulsystem herumzudoktern und zu hoffen – ja: worauf denn?

Unser Schulsystem ist starr – und niemand kommt darin wirklich zu seinem Recht: weder der sozial Benachteiligte noch der Hochbegabte, weder Kinder aus Migrationsfamilien noch Kinder mit welcher Besonderheit auch immer.

Ich frage mich immer öfter, für wen denn überhaupt der Unterricht von heute eigentlich noch passgenau sein könnte…
Any idea??

Die Forderung und der Ruf, vor allem auch in NRW, nach “individueller Förderung” sind genauso richtig wie hilflos. Denn genau das gibt es nicht: individuelle Förderung.
Weder für die Schlechten noch für die Guten.

Der Artikel der Süddeutschen Verlierer von Geburt an bringt wieder einen der Aspekte der Misere in Wort und Bewusstsein, einen von vielen.

“Inzwischen prangern die eigentlich nicht zuständigen Bundespolitiker immer häufiger die Untätigkeit der Länder an. Der Bund selbst hat praktisch keine Bildungskompetenzen mehr. Er kann den Kindern in der Regel erst dann helfen, wenn es längst zu spät ist: nach der Schule.”

All das, was das Schulsystem angeht, ist starr und tot und bräuchte eine totale Revolution, in den Köpfen der Beteiligten und konkret in jeder Schule:
“Das kostet viel Geld. Aber es kommt später noch teurer, wenn dies alles nicht getan wird.”

So ist das. Aber selbst der Hinweis aufs Finanzielle wird nichts nutzen.

 

Ja zum NEIN!

Wirklich ein Lernziel: Nein zu sagen, wenn ein Nein dran ist.
Ich weiß, wie schwer das ist.
Und wie elementar notwendig, gerade WENN man ständig für andere da ist.
Dazu ein Artikel bei Chrismon.

 

Neues von Günter Wallraff

Beim Weltenkreuzer gefunden, gebe ich den Link gerne weiter.:

Wallraff hat wieder undercover gearbeitet – und es ist schlimmer, als befürchtet:
Lidl-Brötchen!!

Bei uns wird es sie nicht mehr geben!