Archiv für den Dezember, 2006

Zum Jahresbeschluss

“Vorhersagen sind immer schwierig,
insbesondere, wenn sie die
Zukunft betreffen.”
(Niels Bohr, dän. Physiker)

Wer sich in den letzten Stunden des alten Jahres noch schnell anreichern möchte mit Wissen, das die Welt nicht braucht, der findet hier jede Menge Anregungen.

Impulse für einen besinnlicheren Jahreausklang gibt es in diesem altbekannten Stück.

Alles Gute – Schöne – Wahre für 2007!

 

Dimensionen von (Un-) Menschlichkeit

Nun ist Saddam Hussein also hingerichtet worden – Tod durch Erhängen.

Wer sich genauer über diese Art des Tötens informieren möchte, kann das hier tun.

Internationale Reaktionen gibt es in der SZ zusammengefasst zum Nachlesen.

Was das aussagen kann über die Menschen hier und dort und anderswo: ein Kommentar der WAZ.

Du sollst nicht töten.

 

Leeres Versprechen

Jetzt wissen wir’s: Grüner Salat ist allenfalls dazu gut, den Magen zu füllen, damit man ansonsten weniger zu sich nimmt.
Nach dem Spinatmärchen und etlichen anderen jetzt also die “Salatlüge“. Die SZ berichtet.

 

Preisverdächtig

Schweinemäßig billig!

Radikal reduziert!

Geiz ist geil…

Auf die Schnäppchen, fertig, los!

Eiskalt kalkuliert!

Ich bin doch nicht blöd…

Sensationelle Saisonräumung!

Knallerpreise für alle!

Die 19 geilsten Angebote…

Großes Danke – kleine Preise!

20% auf alles, außer Tiernahrung…

Saubillig und noch viel mehr….

Frohes neues JA zu Mega-Angeboten!

Preise gut, alles gut…

Wir sind die kleinen Preise!

UND WER BIST DU?

 

Weihnacht’ in uns

Hochzeit mit dir, Mensch

Zuunterst im
silbernen Wassergrund,
tief unterm Sehn und Verstehn,
ruht schon der Himmel in dir,
Mensch.
Spielt er sein Heilspiel mit dir,
Mensch.
Schliesst er die Hochzeit mit dir,
Mensch.
Zuunterst im Grund.

Zuunterst im
silbernen Wassergrund,
tief unterm Sehn und Verstehn,
kommt der Erzengel zu dir,
Mensch.
Ist Gottes Geburt in dir,
Mensch.
Ist ewige Weihnacht in dir,
Mensch.
Zuunterst im Grund.

Schau in den Wasserspiegel hinein,
Mensch.
Du hast alles in dir:
den Hirten, den König, den Stern
und das Tier.
Hingerissen vom Kind,
deinem herrlichen Herrn,
von dem sie gezogen sind,
wollen sie hinknien in dir,
Mensch,
und wie Maria es anschaun,
zuunterst im Grund.

S. Walter


 

Missverständnisse

Von der Beliebigkeit, alles in allen Religionen gleich-gültig zu akzeptieren, hauptsächlich aus der wachsenden Unwissenheit heraus, was die Zusammenhänge in der eigenen Religion angeht  -  bis hin zum gescheiterten Abenteuer, die lutherische Bibel in politisch korrekte “Sprache der Gerechtigkeit” zu zwingen:
Die SZ bietet kluge Artikel, die einmal wieder an ganz unterschiedlichen Sachverhalten demonstrieren, dass den Menschen von heute die “religio” immer mehr abhanden kommt.

 

Dimensionen von Denken

Vor ein paar Tagen hatte ich wegen eines Problems, das es mit einem hochbegabten Schüler an einem Gymnasium gab, Kontakt mit dem Klassenlehrer.

Das Gespräch war schwierig: Der Lehrer wollte absolut nicht in Betracht ziehen, dass der Schüler, um den es ging, Probleme mit seinen Noten hatte, nicht, weil er zu schlecht, sondern, weil er “zu gut” war: hochbegabt, frustriert, gelangweilt abgeschaltet hatte und durch die Lerninhalte seiner Klasse nicht mehr zu motivieren war.
Der Schüler lief Gefahr, zu einem hochbegabten Minderleister zu werden, einem Underachiever, wenn es nicht möglich würde, gemeinsam mit der Schule eine Lösung zu entwickeln.

Es stellte sich heraus, dass der Lehrer das übliche Bild von Hochbegabung hatte: Hochbegabte, das seien die, die schnell auswendiglernen, super rechnen und tolle, intelligente Aufsätze schreiben.

Nein!!! Das ist es nicht!!!
Ja, doch, das kann so sein, manchmal ist es tatsächlich so. Aber das ist nicht das, was Hochbegabung ausmacht!

Es geht um eine andere Dimension des Denkens bei Hochbegabten.
Sie sind in der Lage, alte Denk-Konstrukte zu sprengen, weil sie Systeme schnell durchschauen, sofort zum Kern vorstoßen und innovativ weitergehen können. Das ist ja auch der Grund, warum der Routine-Unterricht in der Schule so tödlich ist für sie, warum sie abschalten und innerlich verzweifeln, wenn sie durchschaut haben, wie ein Rechenweg funktioniert, die anderen Schüler aber noch Wochen brauchen, um zu verstehen, worum es überhaupt geht.

Einstein ist nicht der revolutionäre Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts geworden, weil er ein bisschen besser rechnen und ein wenig schneller auswendiglernen konnte als andere.
Es geht bei Hochbegabung nicht nur um ein “bisschen Besser”.
Es geht um eine andere Dimensionierung von Denken.
Einstein hat Grenzen überschritten, alte Prinzipien über Bord geworfen, feste Überzeugungen, ja alte Weltbilder, zerstört, Systeme gesprengt….

Was man bei Einstein genial findet, schätzt man allerdings bei einem 12-Jährigen überhaupt nicht, wenn er dem Lehrer nach 5 Minuten Unterricht schon das ganze Ziel seiner kompletten Unterrichtseinheit von 8 Stunden in drei Sätzen zusammengefasst vor die Füße wirft….
Oder wenn ein 7-jähriger Grundschüler bestimmte vorgegebene Rechenregeln partout nicht akzeptieren will, weil sie völlig unökonomisch seien….

Kann ich verstehen, dass Lehrer das nicht mögen.
Aber ist das das Problem des Schülers?

 

Nicht zu bekommen

Manchmal verstehe ich Verlage nicht:

1958 kam zum ersten und einzigen Mal das Buch “Die hohe Lehre - Der Zen-Buddhismus als Grundlage psychologischer Betrachtungenvon Hubert Benoit im O.W.Barth-Verlag heraus.

Es handelt sich dabei um einen spirituellen Klassiker höchsten Ranges, ein ungemein kluges, bereicherndes Buch, das in anderen europäischen Ländern immer wieder in aktuellen Ausgaben zu erhalten ist.

In Deutschland ist das Werk absolut nicht zu bekommen, auch antiquarisch nicht.
Gestern nun ist eine der extrem raren alten Ausgaben für 107,00 Euro! bei Ebay ersteigert worden. Selbst dort gab es in fünf Jahren nur drei Versteigerungen; vor vier Jahren hatte ich Glück – für einen beachtlichen, aber immerhin nicht so hohen Preis… Vorher hatte ich 12 Jahre nach dem Buch gesucht. Mein Exemplar stammte aus einer privaten Bibliotheks- auflösung (Erbschaft). Nur so bekommt man es wohl alle paar Jahre einmal.

Eine Neuauflage wäre sicher sinnvoll. Da es sich um einen absoluten Klassiker handelt, müsste sich das eigentlich für den Verlag auch lohnen, und die Rechte werden sie sicherlich noch haben. Keine Ahnung, warum da keiner auf die Idee kommt… Vor einigen Jahren habe ich dort einmal nachgefragt und nur ein “kein Interesse an einer Neuauflage” als Antwort bekommen. Schade. Sehr sehr schade.

Der Vollständigkeit halber: Heute, am 17.5.2007, ist einmal wieder ein Exemplar des Buches bei Ebay versteigert worden. Diesmal zu einem noch höheren Preis: 136,35 Euro. Schon bemerkenswert.

Eine schöne Geschichte, wie jemand nach langem Suchen dann doch zu seinem Lieblingsbuch, seinem “wichtigsten Buch”, wie er schreibt, der Hohen Lehre, gefunden hat, findet sich übrigens hier.

 

Fahrkultur

Unterwegs in Polen:Â

Wirklich, ich mag Polen. Wir sind im letzten Jahr fast 4 Wochen dort gewesen, und es war einer unserer schönsten Urlaube – und fast jedes Vorurteil, das man so landläufig über unsere östlichen Nachbarn hört, erwies sich als eben das: ein Vorurteil.
Bis auf eines….Â
Leider stimmt das, was in gleich zwei Artikeln in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung beschrieben wird: Autofahren in Polen ist eines der letzten wirklichen Abenteuer, die man in Europa erleben kann….

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Vorwarnung

Es weihnachtet mächtig, geradezu un-heimlich.

Wie hörte ich eben jemanden scherzhaft fragen:
“Was haben Weihnachten und Politik gemeinsam?”
Die Antwort kam mit einem Augenzwinkern:
“Sie sind beide verlogen.”

Nein, so ist es nicht, die Weih-Nacht ist ein großes Geheimnis – aber es kann so sein, verlogen und verschenkt:
Wenn das Fest rein zur Befriedigung sentimentaler Bedürfnisse benutzt wird, dann hat es einen netten Effekt, der sich aber schon verflüchtigt hat, wenn die Geschenke ausgepackt sind und Kerzen augemacht werden.
Fertig. Aus die Maus.
What you see is what you get. – Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Es gibt keinen Automatismus, der Weihnachten zu einem sinnvollen, persönlichen und wunderbaren Ereignis macht:

Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren – und nicht in dir, du bleibest noch ewiglich verloren.(Angelus Silesius)

Nur, was IN mir geschieht, hat Relevanz, was das Wesentliche des Festes angeht.

Übrigens: Weihnachten ist immer JETZT!

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